24 Stunden in Triest

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Ein Wochenende in Bella Italia. Hach, allein bei diesem Gedanken kommen die meisten schon ins Tagträumen. Aber genau so starteten wir in das erste August-Wochenende dieses Jahres. Rom, Florenz oder Venedig? Oh nein, wir wollten uns definitiv nicht mit tausend anderen über die Rialto Brücke drängen oder vor Michaelangelo ein Foto machen. Deswegen steuerten wir ein Ziel an, welches ich schon vor ein paar Jahren für mich entdeckte. Triest – die Hafenstadt am östlichen Zipfel von Norditalien – ist für mich die wohl meistunterschätzte Stadt des Landes. Genauso weit von Österreich entfernt wie die große Schwester „Venedig“ bietet Triest alles was man für einen entspannten Urlaub benötigt. Vielleicht ist es auch der Mix aus den verschiedenen Kulturen, der diese Stadt so unfassbar spannend macht. Noch bis 1918 gehörte Triest zu Österreich und ganz nebenbei wird die Kultur und die Kulinarik der Stadt auch von den unmittelbaren Nachbaren – Slowenien und dem kroatischen Istrien – inspiriert. Als wir durch die Stadt spazierten, gab es oft Gassen bzw. Plätze an denen das Ambiente nicht 100% klassisch italienisch war. Die Region rund um den Hafen erinnert mich sehr stark an Hamburg, der Hauptplatz könnte auch von Pariser Baumeister stammen & die verwinkelten Gassen erinnerten mich zudem an meinen Wohnort – Salzburg.

Wir waren gerade einmal 24h in der Stadt jedoch reicht das meines Erachtens sehr gut aus um einen ersten Einblick in die italienische Hafenstadt zu bekommen. Das historische Zentrum ist vergleichbar so groß und überschaubar wie die Altstadt von Salzburg. Deswegen beschlossen wir Triest zu Fuß bei einem Spaziergang unsicher zu machen. Begleitet uns nun auf unserer Entdeckungsreise durch das wunderschöne Triest.

Ausgangspunkt war die Scala dei Giganti, unweit der bekannten Hauptstraße Corso Italia. Die Scala die Giganti ist eine eindrucksvolle Treppenformation, welche den unteren Teil der Stadt mit dem Berg von San Giusto verbindet. Am Ende der hundert Treppen gibt es auch einen tollen ersten Vorgeschmack auf das Triest der Vogelperspektive.
Die Kathedrale San Giusto ist das wichtigste katholische Bauwerk von Triest und befindet sich auf dem Gipfel des gleichnamigen Hügels, der die Stadt beherrscht. Die Giebelfassade ist durch eine große Rosette mit doppeltem Rad gekennzeichnet. Der Glockenturm, mit quadratischem Grundriss, war ursprünglich höher aber 1422, nach einem Blitzschlag, wurde seine Höhe auf die heutige verringert. Diesen kann man auch nach Möglichkeit erklimmen. Die Aussicht auf die Küste sowie das benachbarte Castello de San Giusto entschädigt auf jeden Fall den sportlichen Aufstieg.
Direkt vor dem Haupteingang der Kathedrale befinden sich die „Via Castello“ bzw. die „Via della Cattedrale“ – zwei idyllische Gassen, welche auf direkten Weg in Richtung Hauptplatz führen. Dieser Abschnitt unseres Spazierganges versetzt mich gedanklich direkt in das Salzburger Kaiviertel.
Die Piazza dell’Unità d’Italia ist das Herzstück der Stadt und es wird gemunkelt, dass er der schönste Platz von Italien sei. Dieser These kann ich sehr viel abgewinnen denn der imperiale Charme ist eine Klasse für sich. Auf drei Seiten seiner rechteckigen Form ist er von monumentalen Prachtbauten umgeben, an der vierten Seite grenzt er unmittelbar ans Meer. Seine heutige Form erhielt der Platz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die meisten der ihn umgebenden Palästen von österreichischen und italienischen Architekten neu gebaut wurden. Die Anlehnung an den eklektizistischen Stil der Wiener Ringstraße und an gewisse italienische Renaissancepaläste ist unverkennbar.
Der Molo Audace, ehemals Molo San Carlo, liegt den Triestinern besonders am Herzen. Ein über 200 m langer Steg zum Meer um an der frischen Luft zu flanieren, zu jeder Jahreszeit und wann immer man dazu Lust hat. Besonders beliebt ist diese Landzunge auch bei den jungen Triestern. An lauen Sommernächten hat man hier einen traumhaften Ausblick auf den Hafen sowie der vorgelagerten Küste. Einfach einen Sundowner mitnehmen und hier ganz authentisch den Abend ausklingen lassen.
Das Borgo Teresiano ist eines der ältesten und geschichtsträchtigsten Stadtviertel im Zentrum von Triest. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts ließ die Habsburgische Kaiserin Maria Theresia direkt östlich des Hafenbeckens, ein neues, herrschaftliches Stadtviertel errichten. Das Viertel diente als neues Handelszentrum der Stadt und ist, durch sein klares orthogonales Muster, eines der ersten Beispiele einer modernen städtebaulichen Planung. Das Viertel trägt heute noch den Namen der Auftraggeberin „Borgo Teresiano“. Herzstück des Stadtviertels ist der Canal Grande, die rechtwinkelig angelegte Wasserstraße. Einst wurden hier die Waren direkt in die Stadt geschifft. Der „Canal Grande“ ist zwar nur ein Bruchteil so groß wie der Venezianische Kanal jedoch besticht die Triester Variante mit beschaulichen und authentischen Lokalen direkt am Ufer.
Mit diesen Impressionen verabschiede ich mich nun von Bella Trieste & ich bin mir sicher, dass viele von euch der italienischen Hafenstadt bald einen Besuch abstatten werden.

Tanti Saluti,
euer Hannes

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