Bali – Insel der Götter

Wellness-Oase Stegersbach
November 2, 2017
7 Things to Do in … Palma de Mallorca
November 24, 2017
Der Name ‚Bali‘ ist im alltäglichen Sprachgebrauch schon fast ein Lebensgefühl geworden. Üppige Vegetation, traumhafte Strände und eine Kultur vollgepackt mit Traditionen, Rituale und Meditation. Von Mitteleuropa kommend ist man in meist weniger als 17 Flugstunden am Zielort, dem Flughafen der Hauptstadt Denpasar. Dank der Vereinfachung der Einreisebestimmung und den unzähligen Impressionen auf Social Media, erlebt die indonesische Insel in den letzten Jahren einen regelrechten Hype und wird von Touristen regelrecht überschwemmt. Nichtsdestotrotz gibt es aber noch viele unberührte Ecken die aber meist nur durch abenteuerliche Landstraßen erreichbar sind. Doch der Weg abseits der Touristenpfade lohnt sich auf alle Fälle!
Mein Freund und ich unternahmen eine selbstorganisierte, zehntägige Rundreise. Unsere erste Unterkunft befand sich im Südosten der Insel, in Jimbaran. Dort übernachteten wir die ersten 3 Nächte. Danach machten wir einen Ganztages-Trip ins nördliche, balinesische Hinterland. Nusa Lembongan ist eine kleine Insel östlich der Hauptinsel und war unser nächstes Ziel. Abschließend verbrachten wir dann noch 2 Tage im südlich gelegenen Badeort Nusa Dua. Für all jene die auch gerne eine ähnliche Bali-Rundreise selber zusammenstellen wollen oder einfach nur auf der Suche nach Reiseinspirationen sind - für die fasse ich nun unsere Tour noch einmal ganz detailliert zusammen:
Jimbaran ist ein kleiner Fischerort, südlich des internationalen Flughafen von Denpasar. Er ist viel weniger überlaufen als das nördlich des Flughafen gelegene Touristenzentrum von Kuta. Des Weiteren gibt es im beschaulichen Jimbaran auch Unmengen an kleinen, familiären Boutique Hotels. In einem von diesen oben erwähnten Hotels übernachteten wir auch die ersten 3 Nächte. Wir selbst haben uns in Jimbaran - und besonders in unserem Hotel - sehr wohlgefühlt, jedoch muss ich ehrlich zugeben, dass dieser Strandabschnitt nicht paradiesisch, sondern eher einen Obere-Adria-Charme versprüht. Ein dicker Pluspunkt ist aber die Lage da man abends nirgendwo anders den Sonnenuntergang so gut bewundern kann wie hier.
Am dritten Urlaubstag unternahmen wir einen Ausflug in das nördliche Hinterland. Wir buchten vorab eine organisierte, private Ganztagestour mit einem einheimischen Touristenführer. Eine Tour wie diese kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen. Dank des Guides erfährt man ganz nebenbei interessante Sachen über Traditionen, Rituale und das alltägliche Leben der Ortsansässigen. Im Gegensatz zu anderen Orten auf dieser Welt ist auf Bali eine private Tagestour mit Fahrer und Guide sehr erschwinglich und so zahlten wir für eine 8 Stunden Tour samt Guide und alle Eintritte nicht einmal 50€ pro Person!
Unser erster Stopp war der Wochenmarkt von Ubud. Reis, Gemüse, Nutztiere, Gewürze bis hin zu Blumenkränze für die Zeremonien – das Sortiment ist unglaublich vielfältig. Frisch zubereitete Tagesgerichte gibt es hier schon ab zirka 1,20€.
Auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel durchfahren wir etliche Klimazonen. Wir passierten den Vulkan und den gleichnamigen See Batur, von wo aus wir einen atemberaubenden Ausblick auf die wilde Bergwelt Bali’s hatten.
Inmitten der üppig grünen Landschaft rund um Ubud befindet sich das Quellheiligtum Pura Tirta Empul, welches eine spezielle spirituelle Bedeutung für die Menschen auf Bali besitzt. Das Wasser vom Pura Tirta Empul soll Körper und Geist vor bösen Göttern und Dämonen schützen und besitzt den Legenden zufolge eine starke heilende Kraft. Die besondere Reinigungszeremonie besteht aus 12 verschiedenen Schritten - einen Schritt bzw. Meditation für jede Wasserfontäne. Pura Tirta Empul gilt als einer der heiligsten und wichtigsten Tempelanlagen Balis und zählt zu dessen Staatstempeln. Insgesamt gibt es neben dem Pura Tirta Empul noch 8 weitere Staatstempel. Selbst wenn man nur als Zuseher teilnimmt, zieht diese balinesische Sehenswürdigkeit jeden in den Bann.
Der Gunung Kawi Tempel ist ein weiteres Monument der balinesischen Kultur. Dieses hinduistische Heiligtum wurde im 9. Jahrhundert von Mönchen erbaut. Der Labyrinth-ähnliche Komplex verfügt über viele malerischen Brücken und Gärten. Nach einem Abstieg samt 300 Treppen erreicht man das Herzstück des Areals. Die Königsgräber und Gottesbilder, welche zum Teil nahezu 9 Meter hoch sind, wurden zur Gänze aus dem Tuffstein gemeißelt.
Letzter Stopp auf unserer Rundreise ins Hinterland waren die Tegalalang-Reisterrassen in der Nähe von Ubud. Der Reisanbau zählt heute nach wie vor zu einer der Haupteinkommensquellen von indonesischen Bauern. Das tropische Klima und die fruchtbare Vulkanerde begünstigen den Anbau dieses Grundnahrungsmittels.
Am nächsten Morgen ging es in aller Früh zum Hafen von Sanur, der sich an der Südostküste von Bali befindet. Von dort aus fahren viele Ausflugsschiffe sowie Charterboote zu den vorgelagerten Inseln. Unser Ziel lautete Nusa Lembongan. Die kleine Insel Nusa Lembongan liegt südöstlich von Bali und gehört, wie auch die anderen beiden Inseln Nusa Ceningan und Nusa Penida, zum Klungkung-Distrikt Balis. Auf der kleinen Insel leben rund 5.000 Menschen, deren Haupteinnahmequellen der Algenanbau, die Fischerei und der Tourismus sind. Nach knapp 1 Stunde Bootsfahrt, die bei starkem Wellengang wie bei uns ziemlich abenteuerlich und definitiv nichts für schwache Mägen ist, erreicht man das Kleinod im indischen Ozean. Beim Erreichen der Insel waren wir noch voller Euphorie jedoch änderte sich dies rasant. Ich weiß nicht woran es liegt aber irgendwie sind wir mit der kleinen Schwesterinsel nicht warm geworden. Das Meer und die Strände waren zwar deutlich schöner als auf der Hauptinsel Bali jedoch hatten wir bei unserer Unterkunft weniger Glück. Des Weiteren haben wir uns einfach glaube ich viel zu viel von Nusa Lembongan erwartet & wurden leider eines Besseren belehrt und enttäuscht. Die Hotelpreise auf Nusa Lembongan liegen deutlich über den ortüblichen Verhältnissen obwohl die meisten Unterkünfte touristischer und viel unauthentischer sind als jene am Festland. Für einen Tagesausflug scheint es hier perfekt zu sein – mehrtägige Aufenthalte kann ich leider nur abraten. Genau deswegen waren wir zum Entschluss gekommen unser Nusa Lembongan Abenteuer vorzeitig abzubrechen und 2 Tage früher als geplant auf die Hauptinsel zurückzufahren – es war eine Entscheidung die wir bis heute nicht bereut haben!
Und somit waren wir wieder am Ausgangspunkt, dem Hafen von Sanur. Der eigentliche Plan war, dass wir wieder zurück zu unserem ersten Hotel in dem wir übernachtet hatten nach Jimbaran fahren, . Am Morgen unserer Abreise in Nusa Lembongan bekam ich aber die Nachricht, dass die Unterkunft ausgebucht sei und wir entweder in ein anderes Hotel in der Nähe ausgelegt werden oder wir die Möglichkeit haben kostenfrei zu stornieren und uns ein neues Hotel zu suchen. Und so standen wir nun am Hafen von Sanur, bei gefühlten 40° und suchten nach einem Restaurant mit funktionierender W-Lan Verbindung um uns unsere Unterkunft für die kommenden 2 Tage zu buchen.
Zu unserer Überraschung klappte dies reibungslos und so saßen wir schon binnen einer Stunde in einem Taxi welches den allersüdlichsten Zipfel von Bali ansteuerte. Nusa Dua befindet sich zirka 25 Kilometer südlich von der Hauptstadt Denpasar. Der beschauliche Ort ist touristisch ausgerichtet und setzt eher auf Luxus. Wer eine luxuriöse, vom Rest der Insel etwas abgeschottete Urlaubsumgebung mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Es gibt zahlreiche Hotels und Resorts mit eigenen Stränden. Der perfekte Ort um uns von den Strapazen der Vortage zu erholen!
Ein Resümee über unser Bali Abenteuer zu ziehen fällt mir aber sichtlich schwer. Wer auf der Suche nach Kultur, Spiritualität und alten Tempel ist, der ist hier auf Bali gut aufgehoben. Die touristischen Zentren der Insel haben uns leider enttäuscht da mehr auf Quantität als auf Qualität gesetzt wird. Es gibt natürlich auch Ausnahmen jedoch werden diese von Jahr zu Jahr weniger. Wer auf der Suche nach wirklich unberührten Traumständen ist, dem empfehle ich nach Alternativen im Indischen Ozean zu suchen. Jedoch habe ich auf dieser Reise wirklich viel dazu gelernt und werde in Zukunft mit weniger oder keiner Erwartung ein Reiseziel ansteuern!

2 Kommentare

  1. Julia sagt:

    Hallo Hannes!
    Schade das du nicht 100% ig von Bali überzeugt bist. Ich bin schon gespannt wie es mir einmal gehen wird.
    Bali aber eigentlich mehr noch die umliegenden Inseln stehen ganz weit oben auf meiner Bucket List. Die Fotos im Beitrag sehen wirklich toll aus.

    Liebe Grüße
    Julia von http://juliarundumdiewelt.blogspot.co.at/

  2. Hannes sagt:

    Hallo Julia,
    Vielen lieben Dank! Ich bin gespannt wie du nach deinem Aufenthalt über Bali denkst 🙂 Wenn ich du wäre, würd ich mir unbedingt auch die Gili’s und Lombok ansehen – diese Inseln sollen richtig toll sein!
    Halt mich auf dem Laufenden & alles Liebe,
    Hannes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Chronik