Sizilien – Liebe auf den ersten Blick

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Pizza, Pasta und Amore. Diese Wörter befinden sich noch immer in meinem Hinterkopf als ich das letzte Mal über Bella Italia geschrieben habe. Sardinien war damals das Ziel meiner Reise und es kommt mir vor wie gestern als ich diese Insel so hochgepriesen habe. An dem Fakt, dass Sardinien eine unglaublich tolle Insel ist, hat sich nach wie vor nichts geändert jedoch nehmen die Touristenzahlen von Jahr zu Jahr zu. Klar gibt es dort auch noch unberührte Ecken jedoch will ich in meinem Urlaub das wahre Leben vor Ort spüren - das Ursprüngliche entdecken und am besten keine mehrsprachigen Speisekarten sichten. Und ich muss zugeben – ich bin fündig geworden, ganz im Süden des Landes. Bella Sicilia! Denn abseits vom Ätna, Taormina und Co gibt es auf Sizilien noch Orte die vom Tourismus verschont wurden.

Palermo, einst noch als eine Stadt voll mit Mafia und Müllbergen verschrien, war die Zieldestination meines Fliegers, der von München aus in den sonnigen Süden startete. 1 Woche lang erkundeten wir dort die wilde Landschaft Siziliens. In Mondello, einem Vorort der Stadt & die Destination die nach diesem Blogbeitrag ganz groß auf eurer Urlaubswunschliste stehen wir, haben wir unsere Unterkunft für die kommenden 7 Tage bezogen. In den folgenden Zeilen werde ich euch nun über meinen neuen Sehnsuchtsort Mondello, Palermo und den Nationalpark Capo Gallo sowie den menschenleeren Strand Spiaggia Vergine Maria berichten.
Palermo:

Knapp 700.000 Einwohner zählt die größte Stadt Siziliens. Und somit ist Palermo auch der einzige der vier vorgestellten Orte, an denen ihr vermehrt Touristen sehen werdet. Besonders in den Sommermonaten steuern sehr viele Mittelmeer-Kreuzfahrtschiffe den Hafen der Stadt an. Die Stadt beherbergt auch sehr viele Kunst und altertümlichen Schätze die großteils noch erhalten sind & somit zählt Palermo neben Neapel zu den kulturreichsten Gegenden Süditaliens.
Verwinkelte Gassen, hupende Vespas & duftende Lokale en masse prägen das Stadtbild. An der Via Maqueda, nur wenige Minuten von den Quattro Canti entfernt, liegt die Piazza Pretoria. Den größten Teil des Platzes nimmt ein riesiger Brunnen ein, die Fontana di Pretoria. Sein Umfang beträgt 130m. Der Brunnen war ursprünglich in Auftrag gegeben, um eine toskanische Villa zu schmücken, wurde jedoch später von der Stadt Palermo erworben. Der Brunnen ist eine Pracht aus heidnischen Gottheiten, Nymphen, Putten, Seeungeheuern und Tieren. Aufgrund der Nacktheit der Figuren wurde und wird bis heute die Piazza Pretoria auch Platz der Schande genannt. 1858 wurde ein Gitterzaun um den Brunnen errichtet, da man den männlichen Götterfiguren außer ihren Nasen und Ohren auch andere edle Körperteile abgeschlagen hatte.
Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Palermos zählt auch die Kathedrale Maria Santissima Assunta. Von byzantinisch-arabisch-normannischen Einflüssen geprägt, treffen nach Umbauten unterschiedlichste Baustile aufeinander. Die Kathedrale ist unserer Meinung nach das schönste Gebäude der Stadt. Auffällig und für eine Kirche ungewöhnlich ist der Wehrturm gegenüber dem ehemaligen Haupteingang. Das reich dekorierte Portal wirkt unglaublich majestätisch und raubt einem auf jeden Fall den Atem.
Der Giardino Inglese ist die grüne Lunge der Stadt und gleichzeitig auch eine kleine Oase in der brodelnden Umgebung. Bereits im 17. Jahrhundert wurde dieser Park das erste Mal namentlich erwähnt und somit zählt er nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den ältesten Erholungsflächen der Stadt.
Mondello:

Ich muss euch etwas beichten. Ich habe mich im Sommer 2018 frisch verliebt – unsterblich sogar. Wie eine Sommerromanze, einfach Liebe auf den ersten Blick. Mondello, ja genau – Mondello! Noch nie gehört? Vielleicht ist es deshalb so unfassbar schön dort. Ein Ort wie aus dem Bilderbuch gemalen, an dem die Uhren noch ein bisschen langsamer laufen. Fast noch ein bisschen festgehangen in den italienischen Sechzigern bei denen man bei Umberto Tozzi, einer Pizza und einen Glas Wein den Abend ausklingen lässt.
Das ganze Örtchen ist eine Kulisse für sich. Windgeschützt eingebettet zwischen zwei Bergmassive versprüht Mondello einen unglaublichen Charme. Die Gegend erinnert sehr stark an die Region rund um Kapstadt in Südafrika. Das Wasser in der Bucht ist lupenrein glasklar & und der ganze Strand an sich ist einer der wahrscheinlich schönsten Strände Europas. Das Publikum ist bunt gemischt wobei anzumerken ist, dass zirka 95% der Besucher Italiener sind und man hier weit und breit keine ausländischen Touristen sichtet. Besonders charmant sind auch die Badehütten die man massenweise in der Mondello-Bucht findet.
Ein wesentlicher Faktor, dass der Massentourismus Mondello noch nicht erreicht hat ist Anzahl der Betten. Hotelbunker oder größere Anlagen sucht man hier vergebens. Hier stehen viel mehr die Wochenendhäuser der Stadtbewohner Palermos. Ab und an sichtet man aber auch kleine B&B`s. Wie unser Urlaubsjuwel. Das B&B Le Muse liegt im Herzen Mondellos und wird von drei Brüdern betrieben. Die Jungs und das gesamte Team lesen einem jeden ersichtlichen Wunsch von den Augen ab & machen den Urlaub in Sizilien erst richtig perfekt. Wir fühlten uns wie in einer großen, italienischen Familie & können dieses B&B nur wärmstens empfehlen!
Aber auch allein des Essens wegen würden wir wieder nach Mondello kommen. Das Essen und die Wertschätzung der Lebensmittel wird hier noch großgeschrieben. Aufgrund des einheimischen Publikums tappt man hier in keine Touristenfallen und bekommt garantiert echtes, authentischen Essen auf den Teller geliefert. Pizzen um 5,50€ oder ausgiebige Portionen Pasta um nur 6,00€ lassen kulinarische Italo-Herzen höher schlagen. Wenn ihr in Mondello seid müsst ihr unbedingt ins Ristorante Il Capriccioso gehen. Selten haben wir uns in einem Lokal so willkommen gefühlt! Wir gingen dort jeden Abend essen und probierten uns durch die ganze Speisekarte. Absoluter Pflichtbesuch!

Wie ihr seht könnte ich jetzt noch stundenweise über Mondello schreiben. Kein Urlaubsort in Europa hat uns jemals so begeistert wie dieser. Authentisch, herzlich und von Touristen weit und breit keine Spur. Ti amo Mondello – Wir kommen auf jeden Fall bald wieder!
Naturreservat Capo Gallo:

Capo Gallo ist ein Kap an der Nordküste Siziliens im Nordwesten Palermos. Das Kap ist ein Ausläufer des Monte Gallo, der zwischen Palermos Stadtteilen Mondello und Sferracavallo liegt. Da das Areal sehr weitläufig ist haben wir uns für einen Radausflug im Naturreservat entschieden – eine goldrichtige Entscheidung denn zu Fuß wäre die Strecke viel zu lang gewesen und da es an manchen Stellen ziemlich eng ist, kommt man mit dem Auto auch nicht sehr weit. Am Beginn des Reservates gibt es noch beliebte Badebuchten doch je weiter man ins Reservat fährt, desto wilder und schöner wird die Natur. Ganz am Ende steht ein verlassener Leuchtturm in einer spektakulären Atmosphäre. Im Hintergrund ragen schroffe Kalkfelsen in die Weite des Himmels & das Meeresrauschen hallt dadurch noch intensiver. Und obwohl wir an einem Sonntag dort waren, haben wir weit und breit keine Menschenseele gesehen. Gott sei dank „noch“ ein unberührtes Juwel der Natur.
Spiaggia Vergine Maria:

Ziel unserer nächsten Radtour war der Strand Vergine Maria. Er liegt südwestlich und ist zirka 7,5 Kilometer von Mondello entfernt. Die Straße ist für süditalienische Verhältnisse sehr gut ausgebaut und schlängelt sich hauchknapp am Monte Pellegrino vorbei. Ein unglaubliches Berg- sowie Meerespanorama ist inklusive. Nach ein paar Fahrminuten erreicht man dann den besagten Strand, der auch im Hochsommer überschaubar besucht ist. Der Strand ist zwar grobkörnig bzw. steinig aber die Kulisse ist einfach unglaublich!
Ich denke spätestens jetzt habt ihr den Punkt erreicht, dass ihr gedanklich schon den Flug Richtung Sizilien bucht. Aber ehrlich gesagt, ich kann euch total verstehen. Also packt die Koffer & nichts wie hin!

A presto,
euer Hannes
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